Das Wichtigste
- Die Skala vergleicht FDG-Aufnahme mit Hintergrund, mediastinalem Blutpool und Leber.
- Niedrigere und höhere Zahlen beschreiben relative Aufnahme. Sie messen nicht die Größe eines Befunds.
- Im CT kann ein Restbefund sichtbar bleiben, obwohl die PET-Kriterien ein vollständiges metabolisches Ansprechen beschreiben.
- Der Wert muss mit Zeitpunkt, Veränderung seit dem Ausgangsbefund, Beschwerden, Behandlung und fachärztlicher Prüfung gelesen werden.
Was PET/CT misst
Vor einem FDG-PET wird eine kleine Menge eines radioaktiv markierten, glucoseähnlichen Tracers gegeben. Gewebe nimmt ihn unterschiedlich stark auf. Lymphomgewebe kann FDG-aktiv sein. Diese Aufnahme ist aber nicht ausschließlich bei Lymphomen zu sehen. Auch Infektionen, Entzündung, Heilung und normale Organe können Aktivität zeigen.
Die Deauville-Skala gibt der auswertenden Fachperson gemeinsame Referenzpunkte im selben Scan. Das ist aussagekräftiger, als einen einzelnen SUV-Wert wie eine allgemeingültige Grenze zu behandeln.
Was die Werte 1 bis 5 beschreiben
Die folgenden Definitionen fassen die Deauville-Skala im Lugano-System für Lymphomansprechen zusammen:
- Score 1
- Keine Aufnahme über der Hintergrundaktivität in der beurteilten Stelle.
- Score 2
- Aufnahme gleich oder niedriger als im mediastinalen Blutpool.
- Score 3
- Aufnahme höher als im mediastinalen Blutpool, aber gleich oder niedriger als in der Leber.
- Score 4
- Aufnahme mäßig höher als in der Leber.
- Score 5
- Aufnahme deutlich höher als in der Leber und/oder neue FDG-aktive Stellen, die dem Lymphom zugeordnet werden.
Befunde können weitere Formulierungen enthalten, weil Fachleute auch mit Ausgangs- und Voraufnahmen vergleichen. „Score 4“ oder „Score 5“ allein zeigt nicht, ob die Aufnahme gefallen, gleich geblieben oder gestiegen ist.
Wie die Skala das Ansprechen beschreibt
Nach der Lugano-Klassifikation erfüllen die Scores 1 bis 3 bei einer Abschlussuntersuchung üblicherweise die bildgebende Definition eines vollständigen metabolischen Ansprechens. Das gilt mit oder ohne sichtbaren Restbefund im CT. Bei Score 4 und 5 werden Veränderung seit dem Ausgangsscan und Zeitpunkt genutzt, um verschiedene Kategorien des Ansprechens zu unterscheiden.
Eine Zwischenuntersuchung und eine Abschlussuntersuchung beantworten verschiedene Fragen. Ein Wert während der Behandlung kann ein laufendes Ansprechen beschreiben. Derselbe Wert nach der Behandlung gehört in eine andere medizinische Einordnung. Übertrage deshalb keine Aussage aus einem fremden Befund auf deinen.
„Restbefund“ beschreibt sichtbares Gewebe. „FDG-Aufnahme“ beschreibt metabolische Aktivität. „Deauville-Score“ vergleicht diese Aktivität mit Referenzgewebe. Die Begriffe hängen zusammen, bedeuten aber nicht dasselbe.
Warum PMBCL sorgfältigen Kontext braucht
PMBCL beginnt häufig als große Masse im Mediastinum. Nach der Behandlung können Gewebe und FDG-Aufnahme aus anderen Gründen als aktivem Lymphom verbleiben. Untersuchungen nach DA-EPOCH-R zeigten, dass ein einzelnes Abschluss-PET nicht jeden entzündlichen Befund sicher von verbleibender Erkrankung trennen konnte. Bei unklaren Ergebnissen können spezialisierte Teams Bildprüfung, Verlauf, eine weitere Untersuchung oder eine Biopsie einbeziehen.
Ein höherer Wert darf deshalb nicht ignoriert werden. Der nächste Schritt gehört aber in die Hand des Lymphom-Teams und folgt nicht automatisch aus einer Zahl.
Fragen an dein Behandlungsteam
- Ist dies eine Zwischen- oder Abschlussuntersuchung?
- Wie lautet der Deauville-Score, und welche Stelle hat ihn bestimmt?
- Wie hat sich die Aufnahme seit dem Ausgangs- oder letzten Scan verändert?
- Zeigt das CT einen Restbefund, und wie hat sich seine Größe verändert?
- Können Entzündung oder Zeitpunkt der Untersuchung das Ergebnis beeinflussen?
- Wie beurteilt das interdisziplinäre Team den Befund?
- Was geschieht als Nächstes, und welche Information würde den Plan ändern?
- Wann soll ich mich vor dem nächsten geplanten Termin melden?
Medizinische Quellen
Die Aussagen oben stützen sich auf diese Quellen. Links geprüft am 23. Juli 2026.